„Selbstverzwergung“

Diesen schönen Begriff hat Prof. Holger Ziegler gestern abend in seinem Eingangsreferat zur SGB VIII-Reform auf der Veranstaltung „R/Deformierung der Jugendhilfe“ in der Pumpe benutzt, um das Selbstwertgefühl der sozialpädagogischen Profession zu kennzeichnen. Der konkrete Zusammenhang war, dass offenbar die Meldung von Kinderschutzlagen durch Mediziner sich überproportional als falsch erweisen – im Gegensatz zu Meldungen durch Sozialpädagog*innen, die aber trotz dieses Missverhältnisses immer geneigt seien, eine medizinische Einschätzung erstmal höher zu bewerten. Ich kann an dieser Stelle nur seinen Zahlen glauben, der Begriff „Selbstverzwergung“ in bezug auf die sozialpädagogische Profession aber hat gestern abend und heute morgen ein paar Gedanken bei mir ausgelöst.

Seit ich in der Jugendhilfe tätig bin (seit 1983), habe ich immer wieder den Eindruck gewonnen, dass das Selbstbild vieler (nicht aller!) Sozialpädagog*innen ziemlich brüchig ist. Nicht bezogen auf sie als Personen, denn da sind viele dabei, die sehr selbstbewusst sind, sondern auf ihre Profession. Viele sind sehr erfolgreich in dem, was sie tun, erzielen Wirkungen, können aber im einzelnen nur schwer benennen, wie sie das eigentlich tun. Ich erinnere mich an viele Auseinandersetzungen in meinem Träger in der Vergangenheit, weil wir (die Geschäftsführung und die fachlichen Leitungen) gefordert haben, unsere Mitarbeiter*innen mögen in ihren Berichten für das Jugendamt nicht nur beschreiben, was ihre Klient*innen getan oder gelassen, sondern in erster Linie, was sie selbst in der betreffenden Hilfe gemacht haben. Obwohl ja klar war, dass sie eine Menge gemacht haben müssen, fiel es vielen unglaublich schwer, das klar zu beschreiben. Darin drückt sich eine Unsicherheit aus. Ich bin der festen Überzeugung, nur Leute,  die  wissen, was sie tun, und die die Gewissheit haben, dass das, was sie tun, richtig ist, können sich für klare und positiv formulierte Forderungen (also nicht nur: „Weg mit…“), z. B. zu einem Gesetzesvorhaben, engagieren und einsetzen.

Die Gründe für dieses brüchige Selbstbild sind sicher vielfältig, und ich gehe hier nicht näher darauf ein. Ich glaube aber, dass eine Selbstvergewisserung darüber, was ich z. B. in einer Familienhilfe tue und wie ich Wirkungen erziele, mit zu den ersten Schritten gehören muss, die zu tun sind, um ein stärkeres Selbstbewusstsein als Professionelle/r zu erlangen. Deshalb halte ich alle Projekte, die sich in diesem Sinne – und nur in diesem Sinne,  zum Zweck der Selbstvergewissserung – mit dem Punkt „Wirkung“ befassen, also, welche Wirkungen erziele ich mit meiner Arbeit, wie erziele ich sie und welche Bedingungen brauche ich dafür,  für gut, richtig und wichtig.

Es gibt für mich noch eine weitere Ebene der Selbstverzwergung, die der Träger und unserer Verbände. Ich glaube mittlerweile, wir sind viel zu harmoniebedürftig, wenn es um unsere Arbeitsbedingungen, sowohl fachlich als auch finanziell, geht. Wir setzen auf Reden, Verhandeln und den guten Willen der Gegenseite, obwohl wir seit Jahren erleben, dass wir in der Aushandlung von Bedingungen kaum noch ernst genommen werden. Das liegt nach meiner Meinung daran, dass wir von jeher auf bestimmte Werkzeuge auf anderer Ebene verzichten, die Druck erzeugen könnten. Ich meine damit zum einen juristische Mittel, zum anderen auch so etwas, wie, äh, Streik?

Ich bin juristischer Laie, aber ich denke, in Berlin z. B. hat im März 2003 (oder war es 2002?) mit dem Beschluss des Rates der Bürgermeister, eine Familienhilfe dürfe im Regelfall nur noch acht Stunden pro Woche haben, eine Reihe von Gesetzesverstößen begonnen, die den gemeinsamen Tenor haben, dass finanzielle über fachliche Aspekte gestellt werden, was, so wie ich Juristen verstehe, bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben (verfassungs-)rechtlich unzulässig ist. Irgendwann war diese Lawine nicht mehr aufzuhalten, schon dieser erste Beschluss hätte juristisch angegangen werden müssen. Ich wünsche mir daher von unseren Verbänden, dass sie in Zukunft dafür sorgen, alle die Jugendhilfe betreffenden Gesetze und Verwaltungsakte ständig zeitnah von fähigen Jurist*innen prüfen zu lassen und ggf. sofort zu klagen, wenn etwas schräg ist. Wenn klar ist, dass das jederzeit  passieren kann, werden wir als Verhandlungspartner vielleicht auch wieder ernst genommen.

Streik? Das geht in unserem Arbeitsbereich natürlich gar nicht, denke ich und denken viele. Aber was mit Sicherheit ginge, ist so etwas wie symbolische Streiktage. Tage, an denen möglichst viele in der Jugendhilfe Tätige an strategischen Punkten demonstrieren,informieren, aufklären, Forderungen erläutern, um Verständnis werben Die Finanzierung dieser symbolischen Streiktage wäre mit den Trägern und Verbänden sicher hinzubekommen. Zweimal im Jahr? Voraussetzung für große Teilnahmerzahlen wäre wahrscheinlich im oben benannten Sinne etwas weniger eigene Selbstverzwergung.

Gestern abend bestand, glaube ich, ein großes Bedürfnis, das zu verstehen, was der Referentenentwurf inhaltlich eigentlich aussagt. Es war nicht der Zeitpunkt zu überlegen, wie man weiter vorgeht, warum so viele sich nicht engagieren, was man dagegen tun, welche Formen von Widerstand es geben kann. Ich glaube allerdings, es ist überfällig, sich diese Gedanken zu machen. Es gibt sicher noch viele weitere Ideen dazu.

 

 

 

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7 Gedanken zu “„Selbstverzwergung“

  1. lieber detlef, nun ich war gestern nicht dabei…schade 😉
    daher ein gedanke der evtl nicht ganz passend ist…die selbstverzwergung innerhalb der professionsbezüge teile ich mit dir…
    aber in dem konkreten bezug ist doch im sinne einer emanzipatorischen sozialen arbeit maßgeblich die verzwergung der adressat*innen das entscheidende -egal ob durch medizin oder sozialpädagogik…und wenn die sozialpädagogik zu einer pathologisierung von alltag führt, wenn die sozialpädagogik gesellschaftliche ungerechtigkeitsverlagerungen auch und ggf. gerade durch subjektivierungsperspektiven stark individualisierend den adressat*innen ‚in die schuhe‘ schiebt, da sie an den gesellschaftlichen gerechtigkeitsdiskursen sich auch zu selbstverzwergt versteht (ich bin ja nur sozialarbeiter*in, was soll ich schon zur wohnungspolitik beitragen…) um sich dann durch die pathologisierung von bewältigungsverhalten der adressat*innen wenigstens noch einen selbsterhalt als profession (ok das ist jetzt extrem provokant formuliert) organisiert…
    mhhh…dann gibts durchaus die notwendigkeit zu klären, was die zielstellung einer kritik der kritischen sozialarbeit ist…emanzipation und ‚ermöglichung eines selbstbestimmteren gelingenderen alltags der adressat*innen‘ frei nach thiersch (1986) oder schlciht der erhalt von mies bezahlten (auf der operativen ebene und nicht bei mittleren und großen trägern auf der leitungsebene) unfassbar expandierenden sozialarbeiter*innenjobs…
    herzlichst kollegiale grüsse
    stefan

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    • Lieber Stefan, danke für deinen Kommentar. Du hast natürlich den weiteren Blick (meine ich nicht ironisch). Aber: Für mich ist immer die Frage, wie denn diese Ermöglichung eines selbstgelingenden Alltags im konkreten Fall aussieht.Ich glaube nicht, dass die einfach durch Bereitstellung einer „guten“ Infrastruktur passiert.
      Prof. Ziegler hatte einige interessante Gedanken in seinem Vortrag, z. B. dass präventive sozialraumorientierte infrastrukturelle Angebote womöglich zu noch mehr „Fällen“ führen? Der Vortrag wurde gefilmt. Die Teilnehmer von gestern bekommen ihn zugeschickt, ich leite ihn an Dich weiter, wenn ich ihn habe.
      Schöne Grüße
      Detlef

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      • lieber detlef, da hast du recht…nur im konkreten alltag wirds wirksam…in den bezügen die das fachkonzept sro umsetzen gibts entsprechende empirische belege…und zumindest wir beide sind uns einig dass in berlin das fachkonzept sro nicht wirklich umgesetzt wird 😉
        nach meinem sozialarbeitsstudium hatte ich den change vom ‚entweder oder‘ zum ’sowohl als auch‘ als zentrale erkenntnis gewonnen 🙂 …niemand aus dem kreise der vertreterinnen des fachkonzept sro hat je behauptet, dass sozialräumlich oder wie auch immer die lebensqualität der menschen förderlich unterstützende angebote im widerspruch zu einzefallspezifischen rechtsansprüchen stehen sollen…das ist ein rhetorischer popanz der trägerlobbyist*innen [ja die gibts auch bei uns und nicht nur in der pharmaindustrie 😉 blöderweise verstehen sich die wohlfahrtsverbände teilweise ja auch so] und einiger akademischer akteure, die mit verlaub maximal forschend kontakt zu sozialarbeiterischer praxis oder gar lebensweltlichem alltag der menschen dort haben…
        und die erkenntnis von holger ziegler: was daran ist neu??? das ist ja sogar ein erwünschter effekt…rechtzeitiger und entdramatisierender…’sro= keine fälle‘ ist wie benannt rhetorischer bullshit…durch sro können durch aus falletikettierung nicht notwendig werden, fallverläufe entdramtisierend verkürzt werden und eben auch einzelfallsspezifische notwendigkeiten deutlich frühzeitiger erkannt und zugänglich werden…
        ja schick mir gerne mal den videomitschnitt…sehr nett von dir…
        herzliche grüsse stefan

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  2. Lieber Detlef , danke für den Link auf deinen Blog und klugen den Beitrag.
    Stefan Bestmanns Kommentare haben Deine Überlegungen auf das „Fachkonzept SRO“ bezogen. Das habe ich nur teilweise verstanden. Das liegt vermutlich daran, dass mir das Durchdringen von ausgebufften Fachkonzepten manchmal schwerfällt. Was ich verstanden habe, ist dass „sozialpädagogik zu einer pathologisierung von alltag“ führt und dass sie sich durch “ die pathologisierung von bewältigungsverhalten der adressat*innen wenigstens noch einen selbsterhalt als profession“ organisiert. Klar, die Frage, ob die “ zielstellung einer kritik der kritischen sozialarbeit“ womöglich „der erhalt von mies bezahlten (auf der operativen ebene und nicht bei mittleren und großen trägern auf der leitungsebene) unfassbar expandierenden sozialarbeiter*innenjobs“ sei, muss erlaubt sein. Soweit, so klar, so messerscharf analysiert, so vorherhersehbar. Vor 45 Jahren wär das auch eine originelle Position gewesen, aber ein Argument wird ja duch Alter nicht schlecht. Gehen wir mal davon aus, dass die kritischen Zeitdiagnosen von solch emanzipatorisch gesinnten Geistern wie Crozier, Huntington oder meinethalben Schelsky einfach zeitlos genial sind und immer mal wieder ausgegraben werden sollten.
    Dass die Gegenüberstellungen von „einzelfallspezifischen rechtsansprüchen“ und „sozialräumlichen angeboten“ keinen Sinn macht, mal Polemik bei Seite, welcher Wohlfahrts- oder Fachverband sieht das anders. Dass niedrigschwellige präventive sozialraumorientierte infrastrukturelle Angebote (wenn sie gut funktionieren) u.a. dazu führen, dass mehr Bedarfe sichtbar werden, ist wohl so. Dass Fallzahlen steigen, wo mehr Bedarfe sichtbar werden, selbstverständlich ist ein (fachlich) wünschbarer Effekt, wenn es darum geht bedarfsgerechte Unterstützung sicherzustellen. Ich denke das wird im fachlichen Mainstream so gesehen. Warum diese Mainstream-Perspektive auch die Perspektive von Kollegen Bestmann ist, als Folge der sozialpädagogischen Bearbeitung die „pathologisierung von alltag“ und „von bewältigungsverhalten der adressat*innen“ erwartet wird, bleibt ein bzw. sein Geheimnis. Egal; mit etwas Ambiguitätstolerenz ist das verdaubar, ich hab schon deutlich widersprüchlicheres gehört.
    Was ich aber absolut nicht verstehe ist folgende Wirklichkeitswahrnehmung: Die Idee „Sozialraum/ Infrastruktur“ gegen Einzelfallhilfe zu setzen (und mit Vorrangregeln zu versehen) , dass stand/steht nicht etwa in einem durchaus häufig und intensiv gelesenen und diskutierten Gesetzentwurf (bzw. in Papieren zur Steuerung). Nein, nein. Das ist „rhetorischer popanz der trägerlobbyist*innen“ (insbesondere von „wohlfahrtverbänden“, die etwa so ticken die wie die „pharmaindustrie“) sowie „einiger akademischer akteure, die mit verlaub maximal forschend kontakt zu sozialarbeiterischer praxis oder gar lebensweltlichem alltag der menschen dort haben“?
    Ernsthaft?!
    Ich verstehe es, wenn man Konzept von dem man überzeugt gegen eine Reihe vermeintlicher und nicht weniger tatsächlicher Kritiker und Skeptiker verteidigt. Gerne auch mit harten Bandagen. Überhaupt: Ich bin – wenngleich weitgehend säkularisierter – Messdiener. D.h. ich komme mit Dogmen und eschatologische Heilsversprechen gut zurecht. Die Warnung in Mt 7, 15 „vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind“; bei mir verfängt das. Das Konto wird aber überzogen, wenn man sich wirklich überall und permanent von falschen Lehrern umzingelt sieht, die „die Gläubigen aus Habsucht mit betrügerischen Worten ausbeuten“ (2Pt 2,1-3). Wegen mir kann man im Zweifelsfall gerne draufhauen auf die sach- und feldkenntnisfreien akademischen Akteur*innen und ihren raffgierigen Trägerlobbyist*innenklüngel. Wenn man aber von vornherein keinen Zweifel hat, dass man nur draufhauen muss, weil man ohnehin die Richtigen trifft, dann passt das ganz gut in das Bild das einige u.a. akademische Akteur*innen von einigen Fachkonzept-SRO-Entwickler*- und Vermarkter*innen haben.

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  3. lieber detlef, willst du den vortrag nicht auf deinen blog stellen? wäre doch super 🙂
    @ holger ziegler, vielen dank für die ausgefeilten und ausführlichen bemerkungen…gleichwohl: inhaltlich hab ich es nun wiederum nicht verstanden was genau ihre kritik ist…da geht es mir eventuell wie auf der veranstaltung der kollegin, die nachfragte, was den nun die handlungsoption wäre…na und da kam dann ja nicht viel…schade eigentlich…
    @detlef meine intention war ja maßgeblich deinen blog etwas zu aktivieren 🙂 …scheint nicht wirklich gelungen…schade…vielleicht klappt das ja wenn mehr kolleg*innen den mitschnitt sehen und kommentieren…
    herzliche grüsse stefan

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  4. Hallo zusammen,
    vielen Dank für das Einstellen des Vortrags.
    Herr Ziegler, wenn ich Sie richtig verstehe, lehnen Sie staatliche Kontrolle von staatlichen Mitteln ziemlich kategorisch ab. Steuerung scheint für Sie übergriffig und Sie unterstellen den staatlichen Instanzen eine grundsätzliche „Nur-Spar-Absicht“ – während Stefan Bestmann – überspitzt gesagt – der „anderen Seite“, nämlich den Leistungserbringer*innen unterstellt, Träger*innenlobbyismus zu betreiben („trägerlobbyist*innen – [ja die gibts auch bei uns und nicht nur in der pharmaindustrie blöderweise verstehen sich die wohlfahrtsverbände teilweise ja auch so]…Freie gegen öffentliche Träger – Medizin gegen Sozialarbeit – Pädagogisierung gegen Entpädagogisierung , Management gegen nicht-Management …die Liste könnte länger werden…
    Ja, in unserer Welt haben nicht alle nur gute Absichten. Aber, mit Verlaub – wer wenn nicht der Staat, der unsere Steuergelder verwaltet sollte zusehen, dass diese nachhaltig investiert werden? Naja und dass Nachhaltigkeit durch die Zusammenarbeit von Sozialarbeitenden mit Regeleinrichtungen (die Einrichtungen in die Kinder sowieso gehen und keine Sondereinrichtungen, die pathologisierend wirken können – wie bspw. ein spezielles Angebot der SGA / Erziehungshilfe), durch den Nutzen sozialräumlicher Ressourcen und dadurch die Unterstützung eines Selbstwirksamkeitsempfindens geschaffen werden kann, ist doch nicht in Frage zu stellen, oder? Dass es hier eine Instanz geben muss, die das ganze steuert halte ich für notwendig. Dass Sozialarbeitende sich hier einmischen müssen, um Steuerungslogiken für die Ziele der Menschen um die es ja geht (und nicht um die Kommune oder den Träger) zu gestalten – im besten Fall gemeinsam halte ich für ebenso notwendig. Dazu braucht es ein Selbstverständnis …hier sind wir uns einig. Also nicht grundsätzlich ablehnen sondern sinnbringend einsetzen.
    Und dass die bisher gängige Finanzierungslogik dazu verführt, Menschen in Abhängigkeit von professioneller Hilfe zu bringen, um die Organisation zu finanzieren, ist ja nichts Neues und Ungewöhnliches, oder? Träger, die sich auf den Weg gemacht haben, das Prinzip der Stärkung der Eigeninitiative der Adressat*innen ernst zu nehmen, können das nicht wirklich gut, wenn sie in der gängigen Finanzierungslogik abhängig vom Einzelfall sind…hier sollten wir uns profilieren, indem wir diese Logik hinterfragen und uns endlich gemeinsam an den Adressat*innen ausrichten!
    Muss die Soziale Arbeit darauf warten, dass Fachbegrifflichkeiten, die wir ja immer wieder abändern um uns aus wissenschaftlicher Sicht selbst zu profilieren in einem Gesetz auftauchen? Manchmal habe ich den Eindruck, wir drehen uns um uns und haben wie vielleicht Kommunen und Träger nicht die Adressat*innen im Blick – um die geht es doch eigentlich, oder? Die müssten wir fragen, die ihre SGB – Rechte in Anspruch nehmen wollen, um ein individuell gelingendes Leben selbstbestimmt zu gestalten – mal brauchen die vermutlich pädagogische, erzieherische, begleitende, unterstützende oder auch gar keine Hilfe..Im Gesetzentwurf haben sie noch immer ein Recht, die für sie passende Hilfe zu erhalten…und darum geht es doch.
    Ich meine unsere Aufgabe als Wissenschaftler*innen ist die, das Selbstverständnis Sozialarbeitender zu unterstützen, indem wir verdeutlichen, welche organisatorischen, politischen Strukturen wir benötigen. Und weshalb nutzen wir nicht das Fachkonzept Sozialraumorientierung als fachliche Grundlage (oder ein anderes), um fachliche Ziele und Expertisen der Sozialen Arbeit zu verdeutlichen?
    Grabenkriege der Protagonist*innen und Gegner*innen schwächen die Soziale Arbeit…zumindest ist das mein Eindruck…wir sollten Antworten entwickeln für sozialarbeiterische Praxis und Politik – im Sinne der Adressat*innen…das ist unser Auftrag und schützt vermutlich langfristig vor „Selbstverzwergung“.
    herzliche Grüße
    Anja Teubert

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